• Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden, er muß also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren sondern kann unter Hinweis auf das Urteil gleich Widerspruch einlegen. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik 

Ein kleiner Eindruck von Bad Mergentheim:

 

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Die wichtigsten Schmerzthemen zusammengefaßt:

Arthritis: http://www.arthritis-information.de Arthrose: http://www.1-arthrose.de  Atypische Gesichtsschmerzen: http://www.atypischer-gesichtsschmerz.de  Bandscheibenvorfall: http://www.bandscheibenvorfall.biz  Borreliose: http://www.bor-reliose.de   Brustwirbelsäulensyndrom: http://www.bws-syndrom.de  Brennende Füße: http://www.burning-feet-syndrom.de  Cluster-Kopfschmerz: http://www.cluster-kopfschmerz.org  CRPS: http://www.komplexes-regionales-schmerzsyndrom.de  Durchblutungsstörung: http://www.durchblutungs-stoerung.de Dorsalgie: http://www.dorsalgie.com  Fibromyalgie: http://www.fibromyalgie.at  Fibromyalgiesyndrom: http://www.fibromyalgiesyndrom.eu   Gelenkschmerzen: http://www.gelenksschmerzen.de  Gesichtsschmerz: http://www.gesichtsschmerzen.de     Gürtelrose: http://www.guertelrose.co.uk  Halswirbelsäulensyndrom: http://www.hws-syndrom.de  Herpes zoster: http://www.herpes-zoster.eu  Hörsturz: http://www.gehoersturz.org  Hüftschmerzen: http://www.xn--hftschmerz-9db.de  Ischias: http://www.ischias.co.uk   Kausalgie: http://www.kausalgie.de  Kopfschmerzen: http://www.kopfschmerz.cc  Kreuzschmerz: http://www.kreuzschmerz.org  Leistenschmerzen: http://www.leistenschmerz.de   Lendenwirbelsäulensyndrom: http://www.lws-syndrom.de  Lumbalgie: http://www.lumbalgie.de  Lumboischialgie: http://www.lumboischialgie.eu  Migräne: http://www.migraene.cc  Morbus Sudeck: http://www.morbus-sudeck.de  Muskelschmerzen: http://www.muskelschmerz.net  Nervenschmerzen: http://www.nervenschmerz.de  Neuralgie: http://www.neuralgie.com  Osteomyelitis: http://www.osteo-myelitis.de  Schleudertrauma: http://www.schleudertrauma.li  Polyneuropathie: http://www.polyneuropathie.com  Postzosterische Neuralgie: http://www.postzosterische-neuralgie.com  Restless legs: http://www.restless-legs-syndrom.eu  Rückenschmerzen: http://www.xn--rckenschmerz-dlb.com  Schlaganfall: http://www.hemialgie.de (Hemialgesie Schulterschmerzen: http://www.schulterschmerz.com   Spannungskopfschmerzen: http://www.spannungskopfschmerz.de   Spinalkanalstenose: http://www.spinalkanal-stenose.de  Steißbeinschmerzen: http://www.kokzygodynie.de  Sudeck Dystrophie: http://www.sudeck-dystrophie.de Thalamusschmerzen: http://www.thalamusschmerz.de Tinnitus: http://www.tin-nitus.de  Zephalgie: http://www.cephalgie.com

Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

Schmerzklinik (1): www.schmerzklinik-1a.de, Schmerzklinik (2): www.schmerzklinik-1.de
Schmerzklinik (3): www.schmerzklinik.biz
www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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    Informationen über Schmerzerkrankungen

GLIEDERSCHMERZEN
 

Ein wichtiger Hinweis vorab

Die unten beschriebenen, invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.

Gliederschmerzen werden auch als Extremi tätenschmerzen bezeichnet.

Mit dem Begriff G lied, oder auch Extremität kann sowohl der A rm oder auch das Bei n gemeint sein

Schmerzen in den Gl iedmaßen, also in den Armen und Beinen, kommen als alleiniges bzw. vorherrschendes Krankheitszeichen nur bei wenigen Erkrankungen vor. Es sind dies hauptsächlich:

  1. Polyarthritis ((z.B. Gelenkschmerzen bei primär chronischer Polyarth ritis (PcP)
  2. Polyneuropathie (bei der Zuckerkrankheit, Alkoholmißbrauch und Vergiftungen)
  3. Raynaud-Krankheit (z.B. bei Kollagenosen (= Bindegewebserkrankungen), Ergotismus)
  4. und der Vollständigkeit halber: neben Fieber bei grippalen Infekten


Armschmerzen

Schmerzen in den oberen Gl iedmaßen werden medizinisch als "Brachialgie", oder auch (oft fälschlicherweise) als "Armneuralgie" bezeichnet.

Mögliche Ursachen sind:

  1. Die echte (idiopathische) Neuralgie des Pl exus brach ialis (= schmerzhaftes Arm nervengeflecht) mit attackenförmigem Schmerzcharakter ist ein sehr seltenes Krankheitsbild. 
    Die Therapie erfolgt primär medikamentös. Das Mittel der Wahl ist Carbamazepin (= ein Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei dieser Art von Ar mschmerzen wirksam). Gabapentin (z.B. Neurontin®) oder Pregabalin (Lyrica®) wirken oft besser, sind aber deutlich teurer. Bei Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen in höherer Dosierung kann Carbamazepin oder auch Gabapentin bzw. Pregabalin mit Baclofen (= ein im Gehirn / Rücken mark wirkendes Mittel zur
    Muskel entspannung) kombiniert werden.
    Der Begriff "Armneuralgie" ist eigentlich nur bei dieser Erkrankung angebracht.
  2. Bei der sog. Brachialgia paraesthetica nocturna bestehen schmerzhafte Mißempfindungen, besonders während der Nachtruhe, wahrscheinlich hervorgerufen durch vegetativ-vasomotorische (= Gefäße und Muskeln betreffende) Dysregulation, meist als Folge einer Fehllagerung ("Parkbanksyndrom"). Je nach Ausmaß oder Häufigkeit der Irritation oder Störung können sich durchaus längerfristige Gliederschmerzen einstellen. Therapiemöglichkeiten siehe unten.
  3. Die Neuritis des Pl exus brach ialis (neuralgische Schulteramyotrophie) (= En tzündung des Armnervengeflechts) soll allergisch entzündlicher Ursache sein (Thoden 1987). Die Schmerz en setzen plötzlich ein und imponieren als akute Zervikobrachialgie (= Nacken-Schulter-Arm-Syndrom). Nach mehreren Tagen treten Lähmungen von Schulter- und Arm muskeln auf, Sensibilitätsstörungen (= Gefühlsstörungen) kommen höchstens in 20-30 % vor. 
    Die Prognose (= Vorhersage, der Verlauf) ist günstig, die motorischen Ausfälle (= Lähmungen) bilden sich von selbst langsam (über Monate) zurück. Zur Therapie dieser Schmerz en der oberen Gl iedmaßen werden Antiphlogistika (z.B. Phenylbutazon, Salicylate) (= entzündungshemmende Mittel) bzw. nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Diclofenac, Indometazin) eingesetzt. Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
    Auch interskalenäre Plexusblockaden (= Betäubungen des Armnervengeflechts im seitlichen Halsbereich) sind hilfreich. 
    Im akuten Stadium ist das Mittel der Wahl Cortison (z.B. 60 mg Prednisolon/Tag, dann über 2 Wochen rasch absteigend dosieren).
  4. Schulter-Hand-Syndrom. Nicht selten geht ein Schmerz in den oberen Gl iedmaßen von einzelnen Gelenk en in der Schulter - Arm-Region aus und strahlt dann in den gesamten Bereich aus, so daß es schwierig werden kann, den primären Schmerzherd überhaupt zu finden (Debrunner 1988). Typischerweise besteht ein Ruheschmerz mit Schmerzverstärkung bei Belastung. Manchmal treten vegetative Begleitsymptome wie Kälte, Zyanose (= bläuliche Verfärbung) oder Schwitzen auf, so daß die Unterscheidung von einer Sudeckschen Dystrophie (Morbus Sudeck bzw. Komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ I) (= eine spezielle schmerzhafte Organstörung) schwerfällt, besonders wenn Gewebsatrophien (= Gewebeschwund) vorhanden sind. 
    Therapeutisch
    ist in der akuten Phase die Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika (z.B. Naproxen) hilfreich. Vor allem beim Vorliegen von raynaud  -artigen (Morbus Raynaud !), vegetativen Begleiterscheinungen (z.B. Kälte, bläuliche Verfärbung, Schweißbildung) hat sich die wiederholte Plexusblockade (= Betäubungen des Armnervengeflechts) sehr bewährt, optimal kontinuierlich mit Katheter. Zur Förderung der Durchblutung ist auch eine oberflächliche Kältebehandlung mittels Kaltluftgenerator empfehlenswert. 
    Physiotherapeutische Methoden (= Krankengymnastik und Anwendungen) runden das Behandlungskonzept ab.
  5. Engpaßsyndrome können ebenfalls einen Schmerz der oberen Gl iedmaßen verursachen. Das Skalenussyndrom entsteht durch Kompression der Nervenstränge aus den Wurzeln C8-Th1 im Bereich der S kalenuslücke (= Lücke zwischen zwei Muskeln im seitlichen Halsbereich) , hauptsächlich durch eine Halsrippe, aber auch durch Bindegewebsstränge oder höhergradige Muskel verspannungen. Die Beschwerden treten deutlich belastungsabhängig auf, insbesondere bei Zugbelastung (Tragen von Koffern, Taschen usw.). Die dominierenden Schmerzlokalisationen sind ellenseitiger Unterarm und Hand. Im fortgeschrittenen Stadium mit Nervenläsionen (= Nervenstörungen, Nervenschädigungen) treten Lähmungen der kleinen Hand muskeln auf. Durch zusätzliche Verengung der A. subclavia (= Schlagader unter dem Schlüsselbein) in der Skalenuslücke können Mikroembolien (= kleinste Blutgerinnsel) entstehen, die feine Finger gefäße verschließen und eine vaskuläre Symptomatik (= Krankheitszeichen bei Blutgefäßschädigung) hervorrufen (Ostheim 1976). 
    Zur Therapie empfiehlt sich bei stark verspannter Skalenus muskulatur die wiederholte Infiltration mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel, die Vermeidung von schmerzauslösenden oder verstärkenden Belastungen, in hartnäckigen Fällen, insbesondere bei Auftreten eines neurologischen Defizits (= gestörte Nervenfunktion), eine Operation. Der Pl exus brach ialis (= das Armnervengeflecht) kann auch zwischen Schlüsselbein und 1. Rippe komprimiert (= eingedrückt) werden. Besonders bei Rückführung der Schulter unter Zug, wie beim Tragen eines Rucksackes, treten ausstrahlende Schmerz en auf. 
    Die Therapie besteht in der Vermeidung von typischen Belastungen. Nur in seltenen Fällen wird man sich zur operativen Entfernung der 1. Rippe entschließen. 
    Der Vollständigkeit halber sei noch das sog. Hyperabduktionssyndrom erwähnt. Die Schmerz en treten bei Tätigkeiten auf, die über Scheitelhöhe ausgeübt werden (z.B. Arbeiten an der Zimmerdecke). Die Ursache ist eine Nervenkompression des Armpl exus zwischen Korakoid (= "Rabenschnabelfortsatz" am oberen Schulterblattrand) und M. pectoralis minor (= kleiner Brustmuskel), nahe dem Ansatz. 
    Therapeutisch können Infiltrationen mit einem örtlichen Betäubungsmittel unternommen werden.
  6. Vertebrageninduzierte (= von der Wirbelsäule ausgehende) Gliederschmerzen kommen im Armbereich am häufigsten vor. Sie treten im Rahmen eines unteren Zervikalsyndrom s auf (auch als Zervikobrachialgie, Schulter-Arm-Syndrom oder Nacken-Schulter-Arm-Syndrom bezeichnet). Da die Wurzeln C6-8 und Th1 betroffen sind, können Beschwerden bis in den Kleinfinger ausstrahlen. Ein richtungsweisender Schmerz im Nackencken - oder Schulterbereich muß nicht zwingend vorhanden sein. Streng genommen geht die Zervikobrachialgie (Schulter-Arm-Syndrom oder oder Nac ken-Schul ter-Ar m-Syndrom) mit einer radikulären Symptomatik (= Krankheitszeichen infolge eines geschädigten Nervs) einher (Debrunner 1988). Die pseudoradikuläre Ausstrahlung (= Schmerzausstrahlung infolge eines scheinbar geschädigten Nervs) in die Ar me fällt noch unter den Begriff "Zervikal-Syndrom" (Cervikalsyndrom). 
    Vertebragen  (= von der Wir belsäule ausgehende) induzierte Ar m- bzw. Gliederschmerzen sprechen am besten auf die kontinuierliche, retrograd hohe Blockade des Pl exus brach ialis mit Katheter an (siehe unten).
  7. Relativ häufig treten starke Ar m - bzw. Gliederschmerzen nach radikaler Mastektomie (= operative Entfernung der weiblichen Brust mit Ausräumung der Achselhöhle) auf, bedingt durch Plexuskom pression infolge einer Lym phabflußstörung.
    Der Ar m ist dabei unübersehbar stark ödematös (= wie bei einer krankhaften Flüssigkeitsansammlung) aufgequollen. Zur Förderung des Lymphabflusses wird der Ar m mittels einer Hand schlinge an einem Gestell (Bettgalgen, Infusionsständer) mehrere Tage permanent über die Horizontale angehoben. Zur Unterstützung der abschwellenden Maßnahmen dient die Gabe eines milden Diuretikums (= harntreibendes Mittel) sowie regelmäßige manuelle Lymphdrainage. Zusätzlich können interskalenäre Blockaden des Pl exus brach ialis durchgeführt werden. 
    Nach Teilabschwellung gelingt dann häufig auch die Implantation eines axillären Plexuskatheters, der für weitere 10-14 Tage regelmäßig mehrmals täglich mit 10-15 ml Bupivacain bedient wird (siehe unten). Mit den genannten Therapiemaßnahmen kann in fast allen Fällen eine zufriedenstellende Schmerzsituation herbeigeführt werden.
  8. Ar mschmerzen nach Bestrahlung (Plexusneuritis). Heftige Plexusschmerzen (= Schmerz, ausgehend vom Armnervengeflecht) mit neurologischen Defiziten (= Zeichen einer Ner venstörung, -schädigung) können auch Folge einer Röntgenbestrahlung der supraklavikulären (= oberhalb des Schlüsselbeins) oder Achselhöhlenregion bei Brustkrebs sein. In der Regel ist das subkutane Gewebe derb fibrosiert (Strahlenfibrose) (= Verhärtung des Hautuntergewebes). Hinzu kann eine Lymphschwellung des Armes treten. Bei fehlender oder gering ausgeprägter Fibrosierung muß eine Plexuskarzinoma tose (= Durchsetzung des Armnervengeflechts mit Tochtergeschwülsten) in Betracht gezogen werden. 
    Die Behandlung dieser Gliederschmerzen ist sehr schwierig. Bei strahlenbedingten krankhaften Hautveränderungen ist das Entzündungsrisiko bei Durchführung einer Nervenblockade stark erhöht. 
    Peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel die überwiegend nur im Schmerzbereich wirken) sind meist ungenügend wirksam. 
    Nach Thoden (1987) bleiben nur die epidurale (= rückenmarknahe) elektrische Rückenmarksreizung oder die hochzervikale Chordotomie
    (= operative Durchtrennung der Schmerzbahn im oberen Rückenmark).
  9. Epicondylitis radia lis humeri. Bei dieser relativ häufigen Erkrankung klagen die Patienten über einen Schmerz im Bereich des Epicond ylus radia lis humeri (= über dem Ellenbogen außen), der sich bei Faustschluß und kräftiger Dorsalextension (= Beugung in Richtung Han drücken) im Handgelenk verstärkt. Nicht selten strahlt der Schmerz in Unterarm und/oder Oberarm aus, so daß dann der ganze Ar m schmerzt. Regelmäßig besteht ein deutlicher Druckschmerz im Bereich des ellbogen nahen äußeren Unterarmes. Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnen ansätze am Epicond ylus radia lis humeri ist nicht geklärt; vieles spricht für eine mechanische Auslösung (Tennisarm, Tennisellenbogen). 
    Therapeutisch
    kann bei diesen Extremi tätenschmerzen ein Versuch mit Infiltrationen mit einem örtlichen Betäubungsmittel, auch mit Kortikoidzusatz, unternommen werden. Dabei muß allerdings ein Kontakt der Kanülenspitze mit der Knochenhaut unbedingt vermieden werden, da damit häufig heftigste, anhaltende Schmerzreaktionen ausgelöst werden können. Nicht selten hilft nur eine längerfristige kontinuierliche
    Plexus brach ialis-Blockade mit Katheter (siehe unten). 
    Auch eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann bei Gliederschmerzen hilfreich sein (Thomalske 1991). Manchmal ist auch eine deutliche Besserung durch die Iontophorese (= Einbringung eines Arzneimittels durch die Haut mit Hilfe von Gleichstrom) (z.B. mit Diclofenac) zu erzielen. Die Behandlungsmaßnahmen eignen sich in gleicher Weise für die seltenere Epicondylitis ulnaris humeri (Golferellbogen)
    (= Schmerz an der Innenseite des Ellenbogens).
  10. Zu erwähnen wäre noch das Karpaltunnel-Syndrom, das manchmal auch in den ganzen Ar m einstrahlen kann.


Beinschmerzen

Gliederschmerzen (chronischer) im Bereich der Be ine können durch unterschiedlichste Erkrankungen hervorgerufen werden. Der besseren Übersicht wegen werden diese in vier Hauptgruppen unterteilt:

  1. Bein - bzw. Extremi tätenschmerzen bei denen der Ischias nerv (N. ischiadicus) einschließlich seiner Endäste beteiligt ist, bzw. die Schmerzreizleitung ausschließlich oder überwiegend über diesen Nerv erfolgt.
  2. Be i n- bzw. Extremität enschmerzen bei denen der vordere Oberschenkel nerv (N. femoralis) einschließlich seiner Endäste beteiligt ist, bzw. die Schmerzreizleitung ausschließlich oder überwiegend über diesen Nerv erfolgt.
  3. Be i n- bzw. Gliederschmerzen, bei denen (andere) Nerven des Pl exus lumbalis (= Nervengeflecht dessen Wurzeln dem Rücken mark der mehr oberen Lendenwirbelsäule entstammen) beteiligt sind, bzw. die Schmerzreizleitung über diese Ner ven erfolgt.
  4. Be i n- bzw. Gliederschmerzen die von den Blutgefäßen (Adern, Schlagadern) ausgehen.

Zu den einzelnen Hauptgruppen

1. Der Begriff "Ischialgie" beschreibt Beinschmerzen, die im Verlauf des Ischias -Nervs (Gesäß, rückwärtiger Ober-, äußerer und hinterer Unterschenkel sowie Fuß bis zur Groß zehe vor) auftreten, wobei die Schmerz en aber nicht den kompletten Nervenverlauf umfassen müssen, sondern es können je nach Ursache auch einzelne Abschnitte betroffen sein. 
Eine der häufigsten Schmerzursachen für einen Beinschmerz im Ausbreitungsgebiet des Ischias ist der periphere Projektionsschmerz (= mehr oberflächliche Schmerz ausstrahlung bzw. Schmerz verlagerung) bei Affektionen (= Störungen, Erkrankungen) der spinalen (= das Rückenmark betreffenden) Ner venwurzeln L4-S3. Eine Ischialg ie geht häufiger mit Schmerz en Lumbalbereich (Lumbalgie oder Lumbago) einher, in diesem Falle lautet die Diagnose dann Lumboischialgie
Die echte Isch ias- Neuralgie (Ischiadikus-Neuralgie), als eigenständiges Krankheitsbild, gekennzeichnet durch einen häufig auftretenden, attackenförmigen Beinschmerz von wenigen Sekunden Dauer entlang des Nervenverlaufs, ist selten. 
Nicht selten entstehen Ischiasschmerzen infolge von Verletzungen oder iatrogen (= durch ärztliche Einwirkung verursacht) durch Operationen Hüfte und des Oberschenkels. Meist bestehen dann Dauer schmerz en bzw. länger anhaltende Schmerz episoden. Beinschmerzen können auch durch falsch gesetzte Spritzen ins Gesäß entstehen. Gefürchtet sind dabei besonders Rheumamittel. Das Schmerzbild ist dem einer Kausalgie (= typischer Schmerz bei einer Nervenverletzung) ähnlich (brennender Schmerz charakter mit schmerzhaften Empfindungsstörungen). 
Eine schmerzhafte Neuritis (= Nervenentzündung) des Ischias kann durch die Zuckerkrankheit (auch im Rahmen einer Polyneuropathie) oder auch durch Alkoholmißbrauch entstehen. Die länger anhaltenden Beinschmerzen treten bei dieser Ursache meist beidseitig auf. 
Auch Vergiftungen mit einem Schwermetall (z.B. Thallium, Blei, DDT) können im Sinne einer Neuritis zu
Ischialgie und damit zu Be i n - bzw. Schmerz en der unteren Gl iedmaßen führen. Typisch sind dabei motorische und sensible (= die Muskel kraft und die Empfindung betreffende) Störungen oder gar Ausfälle.

Isolierte Schmerz en im Bereich der Unterschenkel außenseite und des Fußrücken s können auf ein Fibulaköpfchen-Syndrom zurückzuführen sein. Am Fibulaköpfchen (= Köpfchen des Wadenbeins) liegt der N. peroneus communis (= ein Nervenast des Ischias) unmittelbar am Knochen und kann dort leicht komprimiert werden, so z.B. durch einen Gipsverband, oder durch Brüche und Verrenkung in diesem Bereich. Für ein Fibulaköp fchen-Syndrom sind nach unten ausstrahlende Schmerz en bei Druck auf den Nerv hinter dem Köpfchen des Wadenbeins typisch. 
Das subakute oder chronische Tibialis anterior-Syndrom, ebenfalls ein sog. Kompressionssyndrom, geht mit Schmerz en an der Schienbein vorderseite einher, verursacht durch eine Nervenkompression in der Tibialisloge (= die sog. Streckerloge, ein Raum mit geringer Ausdehnungsmöglichkeit). Das akute Ti bialis anterior-Syndrom ist ein Notfall, der sofort operativ behandelt werden muß (Druckentlastung durch Spaltung der bindegewebigen Muskel umhüllung). 
Das vordere Tarsaltunnelsyndrom entsteht am Fuß  rücken durch Kompression des N. peroneus profundus (= Nervenast des Ischias) unter dem Ligamentum cruciatum (= gekreuztes Bindegewebsband), so z.B. durch zu enges Schuhwerk. Druck auf das Ligamentum verstärkt die Beschwerden am
Fußrücken
Das hintere Tarsaltunnel-Syndrom, ebenfalls ein sog. Nervenkompressionssyndrom, entsteht durch eine Kompression zwischen Innenknöchel und Retinaculum flexorum (= Halteband für die Beugemuskulatur zwischen Innenknöchel und
Fersenbein). Typischerweise tritt ein Schmerz und Gefühlsstörungen an der Fußsohle, vor allem beim Gehen und nachts auf. 
Die Morton-Neuralgie (Morton-Metatarsalgie), eine sog. Metatarsalgie (= Mittelfußschmerz) ist auf eine Neurombildung (= gutartige Nervenauftreibung) durch Druck auf die Nn. digitales II-IV (= Nerven, die die Zehen versorgen) zurückzuführen. Die Patienten klagen über einen Brennschmerz im Bereich der vorderen Fußsohle. Der b rennende Schmerzcharakter gibt Anlaß zur Verwechslung mit einer Sympathalgie
(= Schmerz aufgrund einer Reizung des unwillkürlichen Nervensystems).

2. Irritationen und Schädigungen des vorderen Oberschenkelnervs (N. femoralis) können entsprechend dem ausgedehnten Versorgungsbereich zu vielfältigen Be in- bzw. Gliederschmerzen führen.
Der Nerv versorgt sensorisch (= die Empfindlichkeit betreffend) die Vorderseite und die mehr untere Innenseite des Oberschenkel s sowie die mittlere Knie region und streifenförmig die Haut an der inneren und vorderen Fläche des Unterschenkel s bis zum inneren Fuß rand ((N. saphenus (= Endast des N. femoralis)). Im Verlauf des vorderen Oberschenkelnervs (N. femoralis) gibt es aber bevorzugte typische Irritations- oder Schädigungslokalisationen:

- Nervenwurzeln L1-L4 (= 1. bis 4. Lendenwir belsäulensegment);
- im Becken: Kompression durch Tumoren des Beckens und des
        weiblichen Genital e, Operationen wie Herniotomie (= Leisten bruch-
        Operation), Hysterektomie (= Entfernung der Gebärmutter), TEP
        (= künstliches Hüftgelenk) und aortofemoraler Bypass (= künstliche
        Gefäßverbindung zwischen der Bauch und Oberschenkel schlagader), darüber
        hinaus Aneurysmen (= krankhafte Wandausbuchtungen einer Schlagader),
        Einblutungen infolge einer Behandlung mit Marcumar (= ein Mittel zur
        Blutverdünnung) und Bestrahlungsfolgen;
- Bereich des Ligamentum inguinale (= Leisten band): Kompression durch
        eine Schenkelhernie (= Leiste nbruch);
- Bereich des Kniegelenk s: Ergußbildung.

3. Die Meralgia paraesthetica ist eine isolierte Neuritis (= Nervenentzündung) des Nervus cutaneus femoris lateralis und äußert sich in brennenden Schmerz en und Empfindungsstörungen an der Oberschenkelaußenseite sowie Druckschmerz einwärts vom vorderen oberen Darm beinstachel. 
Ursachen
: mechanisch (Kompressionssyndrom, bedingt durch Druck unter dem Leistenband oder auch Druck- oder Zugeffekte im Nervenverlauf, v.a. am Austrittsort aus dem Becken), toxisch (= durch Gifteinwirkung verursacht) z.B. bei Alkoholismus, infektiös (= durch Ansteckung verursacht) z.B. bei Syphilis. 

Beinschmerzen in Folge einer Nervenstörung oder Nervenschädigung des obturatorius: Entsprechend dem Versorgungsgebiet tritt ein Be in- bzw. Schmerz der unteren Gl iedmaßen und Parästhesien (= schmerzhafte Mißempfindungen) im Bereich des mehr unteren und inneren Oberschenkel s mit Ausstrahlung ins innere und untere Knie gelen k auf. In seinem relativ achsennahen Verlauf kann der Nerv durch benachbarte Prozesse geschädigt werden: z.B. Bandscheibenvorfall, Störungen im Bereich des M. psoas (= Muskel im Becken) und Prozesse im kleinen Becken. Auch bei Beckenbrüchen ist der Nerv gefährdet. 
Das seltene Wartenberg-Syndrom ist durch wandernde Be i n- bzw. Gliederschmerzen gekennzeichnet, die im Versorgungsbereich des N. obturatorius (Oberschenkel innenseite), N. cutaneus femoris lateralis (Oberschenkelaußenseite) und N. femoralis (vorderer Ober- sowie innerer und vorderer Unterschenkel) auftreten. Typischerweise kommen Beschwerden in der oberen Extremität (bevorzugt Schulter und Hand) hinzu. 
Die Ätiologie (= Ursache) und Pathogenese (= Entstehung / Entwicklung) dieser wandernden Polyneuritis (= En tzündung mehrerer Ner ven) sind unbekannt.

4. Schmerz in den unteren Gl iedmaßen bei venösen (= die Blutadern betreffende) Erkrankungen: Häufigste Störung des venösen Systems ist die chronisch venöse Insuffizienz auf der Grundlage einer venösen Abflußstörung. Diese Stauung äußert sich in tagsüber zunehmendem Schwere- und Schmerzgefühl sowie in Bei nschwellungen. Eine venöse Insuffizienz liegt vor, wenn der Knöchelumfang morgens und abends um mehr als 1,5 cm differiert. 
Bei der Untersuchung fallen eine Varikosis (= dichtes Geflecht oberflächlicher Krampfadern), eine livide (= bläuliche, fahle) Verfärbung der Haut, Ödem (= Schwellung durch Flüssigkeitsansammlung) und Pigmentstörungen auf. Bei weiterem Fortschreiten der Erkrankung kann es zu ausgedehnten trophischen (= mit Zeichen einer Mangelernährung einhergehenden) Störungen mit Ulcera cruris (= Beingeschwür, offenes Bein) kommen, begleitet von hartnäckigen Venenschmerzen
Häufiger verbleiben nach einer akuten Thrombo phlebitis (= Venenentzündung mit Verschluß durch Blutgerinnsel) oder Thrombose (= Bildung von Blutgerinnsel) hartnäckige und oft auch heftige Venenschmerzen aufgrund eines sog. postthrombotisches Syndrom s
(= Krankheitszeichen die auf eine vorangegangene Thrombose zurückzuführen sind).

Schmerz der Giedmaße bei arteriellen (= die Schlagadern betreffende) Erkrankungen:  
Eine arterielle Durchblutungsstörung kann sowohl organisch (= als Erkrankung die Blutgefäße selbst betreffend) als auch funktionell-vasospastisch (= überschießende Gefäßverengung) bedingt sein. Dabei sind fließende Übergänge wie beim Ergotismus (siehe unten) oder dem Morbus Raynaud (Raynaud-Syndrom) (siehe unten) möglich. 
Die Symptome (= Krankheitszeichen) der organischen arteriellen Durchblutungsstörungen hängen vom Ausmaß der Stenosierung (= Verengung) ab, aber auch davon, wie rasch sich diese entwickelt, denn bei langsamem Fortschreiten können sich Kollateralen (= Gefäße, die eine Verengung umgehen) bilden. Deshalb reicht die klinische Symptomatik (= Krankheitszeichen) von einer unbestimmten Mißempfindung in den Beinen über die klassische Claudicatio intermittens (= Schaufensterkrankheit) bis zu heftigsten akuten Schmerz en, verursacht durch eine Embolie (= plötzlicher Gefäßverschluß). Bei Belastung zunehmender Schmerz, Blässe und Untertemperatur der Haut, abgeschwächte oder fehlende periphere Pulse und Neigung zu Nekrosen (= abgestorbenes Gewebe) (hpts. Füße oder Hände